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Archiv für Januar 2007

Sturm folgt Wind, Regen folgt Sturm, Sonne folgt Sturm

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Das ist die Formel des Wettergeschehen in Abuja im September. Tage so wunderschön und Sonne ohne Ende und dann kommt Wind auf, der sich zu einem Sturm plustert. Es fängt ganz sicher an zu regnen. Es giesst aus Kübeln, dicke fette Tropfen, die schnell einen fast undurchdringbaren Vorhang der Nässe bilden. Wie aus dem Nichts scheinbar gekommen – verschwindet das schlechte Wetter und der Trott tropischer Hitze meldet sich zurück. Ein wirklich ein bemerkenswertes Schauspiel der Natur. Prachtvoll, gewaltig, fast furchteinflössend, ungestüm, ursprünglich. Fächerpalmen, Bäume, Sträucher wiegen sich wie wildes grünes Durcheinander im Wind, dann werden sie durchgeschüttelt, gerupft und gezaust, Palmwedel werden zu Flugakrobaten, Blätter werden knapp über dem Boden pittoresk im Kreis herum gewirbelt. Fette dunkle Wolken treiben dicht über die Häuser und Hügel hinweg. Der Vorhang fällt, Tropfen prasseln hernieder und springen nach dem Aufschlag kurz in die Höhe um sich dann mit den Geschwistern zu Rinnsalen und kleinen Flüssen zu vereinen. Boden wird weggespült, Häuserwände werden durch aufspritzende Regen, der sich mit der roten Erde vermengt hat, gefärbt. Die Vögel kämpfen gegen den Wind an, um dann in einer eleganten Kurve durch dieses Wendemanöver beschleunigt atemberaubende Flugakrobatik darzubieten. Ameisen scheinen das aufkommende Unwetter zu spüren und verziehen sich in ihre Schutzräume. Grau in grau, sich zu einem Quecksilber vermischende Farbspektrum verschieben sich die Wolkengebirge ineinander. Der Wind hält kurz inne, holt für wenige Sekunden Atem und dann braust er – nun in einen Sturm verwandelt – in die Hügel der Stadt. Wo sich wo kurzem noch die Palmen hin und her gewogen haben, schlägt ein peitschender Sturm wütend auf sie ein, als wenn er sie für ihre Widerstandskraft bestrafen möchte.

Sonnenuntergang

Es wird erduldet, denn es wird vorbei gehen.
In diesem Dreiklang sommerlicher Regenzeit vermischt sich die Gewissheit mit Geduld, Ausdauer mit Beharrungsvermögen und Trotz mit Hoffnung. Das Unvermeidliche eben.

Geschrieben von jschmillen

31. Januar 2007 um 21:59:01

Veröffentlicht in Geschichten aus Nigeria

Umgekehrte Welt in Nigeria?

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Nigeria erscheint mir als ein Land, in dem die Dinge etwas anders sind als anderswo – vielleicht aus Prinzip oder Trotz oder vielleicht aus einer Kombination von beidem. Hier verkauft man Nüsse in Flaschen – und zwar wirklich jede Art von Nüssen in Flaschen
Und zwar in Flaschen, in denen bei uns zu Hause in Europa Wein oder Schnaps verkauft wird. Wasser hingegen gibt es in kleinen Plastiktüten, in denen bei uns normalerweise die Nüsse verkauft werden.

Geschrieben von jschmillen

29. Januar 2007 um 21:48:40

Veröffentlicht in Geschichten aus Nigeria, Nigeria