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Archiv für Juli 2008

Nigerianische Korruptionsmatroschka

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Heute lese ich in „This Day“ (24.7.2008) etwas, das mich zwar nicht so sehr wundert, aber dennoch verblüfft. Der Untersuchungsausschuss der Repräsentantenhauses über den Verbleib der Investitionsmittel für den Bereich Energie für die Jahre 1999 und 2007 wird nun selbst Gegenstand eines Untersuchungsausschusses. Hintergrund sind die Behauptungen, dass Mitglieder des Ausschusses Schmiergelder von bis zu 100 Millionen Naira (ca. 550.000 Euro) akzeptiert haben, um zu gewünschten Ergebnissen zu kommen. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Dimeji Bankole, kündigte an, dass das Komitee für Ethik und Privilegien die Behauptung untersuchen wird. Würde mich nicht wundern, wenn diese Geschichte sich so entwickelt, wie das Öffnen von russischen Matroschkas, nach einem Untersuchungsausschuss kommt der nächste usw. usf.

Geschrieben von jschmillen

24. Juli 2008 um 14:14:10

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Subventionen für Treibstoff

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Ich staune nicht schlecht, als ich die Zeitung, in diesem Fall die „Financial Standard“ vom 21. Juli 2008 aufschlage und lese, dass die nigerianische Regierung im laufenden Jahr 900 Milliarden Naira (ca. 500 Millionen Euro) an Subventionen für Treibstoff aufbringen muss. 80 Prozent mehr als geplant. Ich weiß natürlich – wie alle anderen Beobachter, die in Nigeria leben – dass der Sprit importiert werden muss und kenne auch die kilometerlange Schlange vor den Tankstellen. Das Erstaunliche an dieser Tatsache und der Zahl ist also nicht, dass einer der führenden Erdölexporteure noch immer nicht in der Lage ist, seinen Treibstoff selbst zu herzustellen, geschweige denn Treibstoff zu exportieren. Interessanter im Artikel ist die Schätzung, wie wenig Menschen diese Subvention zugute kommt. Manche Analysten glauben gar, dass lediglich 20 Prozent der Bevölkerung etwas davon haben. So greift die Regierung also ziemlich tief in die Tasche, um soziale Unruhen wegen erhöhter Spritkosten nicht aufkommen lassen. Aber die Realität sieht leider oft ganz anders. So merken viele Menschen außerhalb der wenigen Ballungszentren nichts von der Subventionierung.

Apropos Export. Die Subventionen befördern also den Export. Denn den gibt es dann doch, aber auf eine andere Art und Weise. Und das erfreut die Nachbarn. Denn die vielen Tankstellen, die sich insbesondere in Grenzregionen epidemisch vermehren, sind die Beweise für die Unmengen an ausgegebenen Lizenzen für den Ölhandler (um eine Lizenz zu bekommen, braucht man eine Tankstelle). Der hochsubventionierte Sprit wird dann nicht an die lokale Bevölkerung verkauft (dort existiert in der Regel ein Schwarzmarkt), sondern äußerst lukrativ in die Nachbarländer verkauft.

Geschrieben von jschmillen

23. Juli 2008 um 11:19:08

Veröffentlicht in Nigeria

80 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Nigeria

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Heute las ich in der nigerianischen Wirtschaftszeitung „Financial Standard“ (16.7.2008), dass Senator Akinlabi Olasunkanmi, Minister of Youth Development, davon ausgeht, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Nigeria bei 80 Prozent liegt und weitere 10 Prozent der Jugendlichen unterbeschäftigt seien. Da wundere ich mich nicht über den Zulauf, den die verschiedenen Militantengruppen im Niger-Delta haben. Ist doch allgemein bekannt, dass insbesondere die Gangs Deebam und auch Deewell ihre Mitglieder unter den arbeitslosen Jugendlichen rekrutieren. Bei diesen Zahlen wird es so schnell nicht an Nachschub fehlen, leider.

Geschrieben von jschmillen

16. Juli 2008 um 17:27:52

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400 Milliarden aus Nigeria geschmuggelt

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Wie der Chef der UNODC (United Nations Office of Drugs and Crime), Antonio Maria Costa bei seinem Besuch in Nigeria mitteilte, ist die unglaubliche Summe von 400 Milliarden US-Dollar von 1960 und 1999 aus Nigeria ins Ausland gebracht worden. Das sind an jedem einzelnen Tag seit Bestehen der Unabhängigkeit etwas mehr 28 Millionen Dollar. Da dürfte seit der Rückkehr zur Demokratie noch die eine oder andere Milliarde dazu gekommen sein. Um diese gigantische Summe dem Leser verständlicher zu machen, liess der Chef der UNODC die 400 Miiliarden in ein einprägsames Bild umwandeln. Dollarscheine aufeinander gestapelt, ergäbe das 28 mal die Reise zum Mond und zurück.

Geschrieben von jschmillen

14. Juli 2008 um 11:30:16

Veröffentlicht in Nigeria