Subventionen für Treibstoff
Ich staune nicht schlecht, als ich die Zeitung, in diesem Fall die „Financial Standard“ vom 21. Juli 2008 aufschlage und lese, dass die nigerianische Regierung im laufenden Jahr 900 Milliarden Naira (ca. 500 Millionen Euro) an Subventionen für Treibstoff aufbringen muss. 80 Prozent mehr als geplant. Ich weiß natürlich – wie alle anderen Beobachter, die in Nigeria leben – dass der Sprit importiert werden muss und kenne auch die kilometerlange Schlange vor den Tankstellen. Das Erstaunliche an dieser Tatsache und der Zahl ist also nicht, dass einer der führenden Erdölexporteure noch immer nicht in der Lage ist, seinen Treibstoff selbst zu herzustellen, geschweige denn Treibstoff zu exportieren. Interessanter im Artikel ist die Schätzung, wie wenig Menschen diese Subvention zugute kommt. Manche Analysten glauben gar, dass lediglich 20 Prozent der Bevölkerung etwas davon haben. So greift die Regierung also ziemlich tief in die Tasche, um soziale Unruhen wegen erhöhter Spritkosten nicht aufkommen lassen. Aber die Realität sieht leider oft ganz anders. So merken viele Menschen außerhalb der wenigen Ballungszentren nichts von der Subventionierung.
Apropos Export. Die Subventionen befördern also den Export. Denn den gibt es dann doch, aber auf eine andere Art und Weise. Und das erfreut die Nachbarn. Denn die vielen Tankstellen, die sich insbesondere in Grenzregionen epidemisch vermehren, sind die Beweise für die Unmengen an ausgegebenen Lizenzen für den Ölhandler (um eine Lizenz zu bekommen, braucht man eine Tankstelle). Der hochsubventionierte Sprit wird dann nicht an die lokale Bevölkerung verkauft (dort existiert in der Regel ein Schwarzmarkt), sondern äußerst lukrativ in die Nachbarländer verkauft.


