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Polizei entlässt Nuhu Ribadu

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Die Auseinandersetzung zwischen dem Ex-Vorsitzenden der Anti-Korruptionsbehörde (EFCC), Nuhu Ribadu und der nigerianischen Polizei hat ein unrühmliches, wenn gleich auch ein vorhersehbares Ende gefunden. Die Polizeiführung hat sich jetzt für den einfachsten Weg entschieden und Ribadu kurz vor Weihnachten einfach entlassen. Die Gründe lauten: fehlende Disziplin, Gehorsamsverweigerung und unerlaubte Abwesenheit vom Dienst. Dennoch ist dieser Schritt nicht ohne Risiko, da Ribadu seinen Fall (Degradierung zum Deputy Commissioner of Police) vor Gericht anhängig gemacht hat und die Richter bereits verlautbart hatten, keine Seite solle vor der Verhandlung Fakten schaffen. Die Führung der Polizei hat jetzt aber Fakten geschaffen. Die Reaktion von Ribadus Anwalt war deshalb unmissverständlich. „Wir haben mit dem großen Unverständnis die Nachricht von der behaupteten Entlassung unseres Klienten, Malam Nuhu Ribadu von der Polizei von Nigeria erhalten.“ Von einem schamlosen Missbrauch der Gesetze und von Missachtung des gerichtlichen Prozesses ist die Rede und die Entscheidung würde im Gerichtshof fallen.

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Zur Erinnerung: Nuhu Ribadu war von seinem damaligen Chef, Ex-Staatspräsident Obasanjo mehrmals befördert worden, zuletzt in den Rang eines Assistant Inspector of Police. Er hat sich nicht selbst in diese Position erhoben, sondern wurde vom Regierungschef und Staatsoberhaupt in diesen Rang befördert. Nach dem Regierungswechsel verlor Ribadu nicht nur die Position als Vorsitzender der EFCC, sondern seine Beförderung wurde mit der von 139 anderen Polizeibeamten rückgängig gemacht; für null und nichtig erklärt, da die zuständige Kommission nicht zugestimmt habe. Diese Entscheidung sowie die Versuche der Polizei, die Degradierung durch entsprechende Dienstanweisung zu zementieren, werden von Ribadu vor Gericht angefochten. Da Ribadu die Versetzungen in eine geringere Position nicht öffentlich akzeptieren kann und deshalb ablehnen musste, wird ihm jetzt von der Polizei als Ungehorsam ausgelegt. Der nicht vollzogene Dienstantritt in einer weniger bedeutende Position wird ihm als unerlaubte Abwesenheit vom Dienst zur Last gelegt. Da Ribadu eben so wenig in der Uniform eines Assistant Inspector of Police oder der eines Deputy Commissioner of Police erscheinen konnte, da darin einerseits ein Verstoß oder andererseits eine Akzeptanz der Degradierung gesehen worden wäre, erschien er in öffentlichen Anlässen nicht wie vorgeschrieben in Uniform, sondern in Zivil. Dies wird ihm als undiszipliniertes Verhalten angekreidet.

Diese drei Gründe sind die vorgeschobenen Argumente seiner Entlassung. Natürlich entsteht der Eindruck, das Ganze sei geschickt eingefädelt, aber warten wir ab, was noch passiert. Jedenfalls haben die mächtigen Drahtzieher im Hintergrund, denen Ribadu ziemlich fest auf die Zehen gesprungen war, ein wichtiges Etappenziel erreicht.

Geschrieben von jschmillen

27. Dezember 2008 um 13:10:12

Veröffentlicht in Geschichten aus Nigeria

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